Als notorischer Gadgeteer und ruinöser Early-Adopter war mir bisher, was elektronische Spielereien betrifft, für eine gute Abkürzung kein Weg zu weit. Das betraf bis vor kurzem auch meine Verwaltung von Aufgaben und Notizen, für die ich von OmniGraffle über Things bis TaskPaper jedes erdenkliche (und Mac-kompatible) Tool ausprobiert habe. Inzwischen ist damit aber Schluss.
Ich benutze jetzt ein Notizbuch und einen Stift.
Der vorherrschende Grund ist so einfach wie fundamental: ich habe die elektronischen Tools nie wirklich benutzt. Es war mir oft einfach zu lästig, für einen Blick auf meine Aufgaben oder das schnelle Notieren eines ToDos ein Programm zu öffnen. Und wie schon David Allen gesagt hat, wird man wiederkehrende Aktivitäten, die nicht wirklich einfach auszuführend sind und keinen Spaß machen, schlicht und ergreifend nicht tun.
Papier dagegen ist so schön unmittelbar und flexibel. Man muss sich nicht der Organisation eines Programms anpassen, so konfigurierbar es auch sein mag. Man kann ein Notizbuch einfach in die Hand nehmen und durchblättern. Und das überall. Auch wenn die gängigen GTD-Programme durchaus Schnittstellen zu mobilen Geräten bieten, muss ich selbst regelmäßig daran denken, die Dinger auch zu synchronisieren. Und kein noch so ausgefuchstes Multi-Touch-Telefon schafft es, mir so schnell einen Überblick über die nächsten ausstehenden Aufgaben zu bieten, wie es eine Doppelseite eines Notizbuchs schafft.
Als jemand, der tief in der Technologie verwurzelt ist, hat es einige Zeit gedauert, bis ich mir eingestehen konnte, dass ein schnödes Notizbuch, wie es schon seit Jahrhunderten existiert, dafür besser geeignet sein könnte, als die Hochtechnologie des 3. Jahrtausends. Ich bin gespannt, ob die nächsten Wochen diesen Anschein bestätigen können.
Für alle GTD- und Moleskine-Junkies werde ich in den nächsten Postings beschreiben, mit welchen Methoden ich mein Notizbuch strukturiere. Dabei will ich auch nicht verheimlichen, dass ich für den Großteil meiner Arbeit auch den Computer nutze – aber für Skizzieren, Planen und Strukturieren der meisten Dinge verwende ich nun doch wieder Papier.